Gerettet! Die Bibliothek des Klosters St. Marienthal ist nun im Besitz des Freistaats Sachsen

St. Marienthaler Psalter, Kalenderseite Dezember und Darstellung Aarons
(SLUB Dresden, St. Marienthal, F5/31, Bl. 6v/7r; ©SLUB Dresden/Ramona Ahlers-Bergner)
Kapiteloffiziumsbuch des Zisterzienserklosters Altzelle, Ende des Martyrologiums und Beginn der Benediktregel
(SLUB Dresden, St. Marienthal, H1/5, Bl. 112v/113r; ©SLUB Dresden/Ramona Ahlers-Bergner)

Das nahe der polnischen Grenze gelegene Zisterzienserkloster St. Marienthal im sächsischen Ostritz ist ein idyllischer, sehr besuchenswerter Ort. Doch vor gut einem Jahr sorgte die Nachricht, dass das Kloster zwei seiner wertvollsten Handschriften in den freien Handel geben wollte, für Aufregung. Das Neiße-Hochwasser 2010 erforderte zur Sanierung der Gebäude den Einsatz erheblicher Eigenmittel, um an die notwendigen Fördermittel zu gelangen . Zudem ließ die Corona-Krise die Einnahmen sinken, sodass man 2022 keine andere Lösung mehr sah, als die oben abgebildeten Handschriften zu verkaufen, um wieder liquide zu werden. Die Fachwelt war entrüstet. Zu Recht!

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Das Technische Museum der Bandweberei in Großröhrsdorf

Als ich vor etwa zwei Jahren hier in Sachsen meine Fühler ausstreckte und meine Freundin zum Rathaus in Großröhrsdorf begleitete, war ich ob seiner Dimension doch etwas irritiert. Wir waren einige Kilometer durch den Ort gefahren und auf den ersten Blick wirkte der größte Teil der Bebauung auf mich etwas monoton und recht bescheiden, um nicht zu sagen ziemlich langweilig. Und dann so ein Rathaus?

Das Rathaus um 1912, sozusagen „auf der grünen Wiese“ (Deutsche Fotothek)

Das machte mich neugierig und ich beschloss, mir den Ort etwas genauer anzusehen. Ja klar, da waren einige alte, baufällige und ein paar aktive Industriegebäude am Straßenrand. Zum Teil auch solche, die man in einem Ort dieser Größenordnung nicht erwarten würde. Und dann auch noch einige große, hochherrschaftliche Villen. Oft abseits der Fabriken, etwas versteckt in Nebenstraßen. Schnell war klar, dass in Großröhrsdorf einmal zahlreiche Schornsteine rauchten und der Ort seine Größe einer Vielzahl von Industriebetrieben verdankte. Doch was produzierten sie?

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Die Rundscheibenleuchte (RSL)

RSL 1 in Großröhrsdorf

Wo auch immer ich mich herumtreibe, suche ich nach Dingen aus vergangenenen Zeiten. Als Kulturhistoriker, der ich ja auch immer noch bin, kann ich das einfach nicht lassen. Zu den ersten alten Dingen, die mir hier in Sachsen auffielen, gehörten diese Straßenleuchten, die wahrscheinlich schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben, aber in fast jeder Gemeinde den Straßenraum noch immer in ein sanftes Licht tauchen. Erstaunlich auch, dass das Rippenglas des Beleuchtungskörpers nur selten von Vandalen zerdeppert wird.

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Das Geburtshaus von Hans-Georg Kern

Das Geburtshaus von Hans-Georg Kern in Deutschbaselitz

Nun ja, Deutschbaselitz stand nun nicht gerade ganz oben auf der Liste der Orte, die ich besuchen wollte, um meine neue Umgebung zu erkunden. Ehrlich gesagt stand es gar nicht auf der Liste. Vor zwei Jahren kontaktierte mich eine Freundin, die an der Retrospektive im Pariser Centre Pompidou zu Georg Baselitz mitwirkte, rein zufällig als ich gerade in Kamenz war. Da sie wusste, dass Deutschbaselitz in der Nähe liegt, bat sie mich, dort mal vorbeizuschauen und ihr ein paar Fotos der Schule zu schicken. Denn dort wurde 1938 Hans-Georg Kern als Lehrerssohn geboren und dort verbrachte er seine Kindheit und Jugend. Erst 1961 wählte er in Anlehnung an den Ort seinen Künstlernamen.

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Im Osten was Neues: „Kulturelle Welten“ wechselt die Perspektive

Manchen mag dieser Blog bekannt vorkommen. Bis vor einigen Jahren gab es schon einmal einen Blog namens „Kulturelle Welten“. Inzwischen haben sich meine Lebensumstände jedoch erheblich geändert und wer aufmerksam ist, hat schon bemerkt, dass sich mein Lebensmittelpunkt und somit auch der geografische Schwerpunkt des Blogs vom Rheinland in den Osten, genauer nach Sachsen verlagert.

Zukünftig werden hier also Entdeckungen und Beobachtungen in meiner neuen Umgebung einen Schwerpunkt bilden. Ich möchte dabei den Blick auf Museen, kulturelle Ereignisse sowie Sehens- und Merkwürdigkeiten lenken, die mir hier bemerkenswert erscheinen. Daneben werde ich aber sicher auch wieder etwas zu den Themengebieten schreiben, die mich besonders interessieren: Provenienzforschung, Geschichte des Gartenbaus, Frankreich …. Lassen wir uns überraschen, was aus diesem Blog wird.