Video und kurze Kritik zur Sonderausstellung im Deutschen Hygiene-Museum
Neulich war ich – wie schon so oft – mal wieder im Hygiene-Museum, um mir kurz die neue Sonderausstellung anzusehen. Ich wollte herausfinden, ob sich ein ausführlicherer Besuch in Begleitung meiner Partnerin lohnen würde und beschäftigte mich in der Kürze der Zeit nur sehr oberflächlich mit den Inhalten. Denn hauptsächlich war mein Plan, etwas Bildmaterial zu sammeln. Da ich seit kurzer Zeit mit einem Programm zum Videoschnitt spiele, wollte ich an diesem Beispiel mal versuchen, ein kleines Video zu einer Ausstellung herzustellen.
Screenshot von der Seite der Hamburger Kunsthalle (22.03.2024)
Kurz vor Toresschluss habe ich es dann doch noch geschafft, mir die große Sonderausstellung zum Werk Caspar David Friedrichs im Ungers-Bau der Hamburger Kunsthalle anzusehen. Medial omnipräsent konnte man diese Schau ja gar nicht übersehen. Und so hatte auch ich das Gefühl, diese Schau fast schon sehen zu müssen.
Wie erwartet gab es da viel vom Herrn Friedrich zu sehen: 60 Gemälde und etwa 100 Zeichnungen und noch dazu 20 Arbeiten von Künstlerfreunden wie C.G. Carus oder J. Chr. Dahl. Wie ebenfalls zu erwarten, bildete das neuartige Verhältnis von Mensch und Natur in Friedrichs Landschaftsdarstellungen den thematischen Mittelpunkt.1 Was auch sonst?
Dass Gemälde wie Kreidefelsen auf Rügen, Mönch am Meer Zwei Männer in Betrachtung des Mondes, Wanderer über dem Nebelmeer und das Eismeer, allesamt Ikonen der Romantik, Menschen in Scharen anlocken würde, war auch keine Überraschung. Jedenfalls nicht für mich, für die Hamburger Kunsthalle offensichtlich schon.
Oder wie ist es zu erklären, dass auf der Webseite der Kunsthalle schon seit Wochen darauf hingewiesen wird, dass die Ausstellung „ausverkauft!“ ist. Vermutlich freuen sich die an der Ausstellung Beteiligten und dafür Verantwortlichen sehr darüber. Die Freude sei Ihnen gegönnt. Ich finde nur irritierend, dass allem Anschein nach niemand in der Lage war, das vorherzusehen und entsprechende Vorbereitungen für diesen Publikumsansturm zu treffen. Das ist ja nicht das erste Mal, dass so eine Blockbuster-Ausstellung die Massen anzieht. Andernorts reagierte man schon öfter mit einer erheblichen Ausdehnung der Öffnungszeiten. In Hamburg nicht, ja man hält sogar an der museumsüblichen Schließung am Montag fest.
Jedes Mal, wenn ich das Rheinische Landesmuseum in Bonn besuche, muss ich etwas darüber schmunzeln, dass man es 2008 in LVR-LandesMuseum Bonn umbenannt hat. So wie die anderen Museen des Landschaftsverband Rheinland. Aber auch LVR-Industriemuseum, LVR-Archäologischer Park Xanten oder LVR-Freilichtmuseum klingen nicht sexy. So etwas passiert wohl, wenn eine Verwaltung um sich selber kreist, sich selbst genügt und kein allzu großes Interesse daran hat, Menschen zu einem Besuch dieser Einrichtungen anzuregen.