
Kurz vor Toresschluss habe ich es dann doch noch geschafft, mir die große Sonderausstellung zum Werk Caspar David Friedrichs im Ungers-Bau der Hamburger Kunsthalle anzusehen. Medial omnipräsent konnte man diese Schau ja gar nicht übersehen. Und so hatte auch ich das Gefühl, diese Schau fast schon sehen zu müssen.
Wie erwartet gab es da viel vom Herrn Friedrich zu sehen: 60 Gemälde und etwa 100 Zeichnungen und noch dazu 20 Arbeiten von Künstlerfreunden wie C.G. Carus oder J. Chr. Dahl. Wie ebenfalls zu erwarten, bildete das neuartige Verhältnis von Mensch und Natur in Friedrichs Landschaftsdarstellungen den thematischen Mittelpunkt.1 Was auch sonst?
Dass Gemälde wie Kreidefelsen auf Rügen, Mönch am Meer Zwei Männer in Betrachtung des Mondes, Wanderer über dem Nebelmeer und das Eismeer, allesamt Ikonen der Romantik, Menschen in Scharen anlocken würde, war auch keine Überraschung. Jedenfalls nicht für mich, für die Hamburger Kunsthalle offensichtlich schon.
Oder wie ist es zu erklären, dass auf der Webseite der Kunsthalle schon seit Wochen darauf hingewiesen wird, dass die Ausstellung „ausverkauft!“ ist. Vermutlich freuen sich die an der Ausstellung Beteiligten und dafür Verantwortlichen sehr darüber. Die Freude sei Ihnen gegönnt. Ich finde nur irritierend, dass allem Anschein nach niemand in der Lage war, das vorherzusehen und entsprechende Vorbereitungen für diesen Publikumsansturm zu treffen. Das ist ja nicht das erste Mal, dass so eine Blockbuster-Ausstellung die Massen anzieht. Andernorts reagierte man schon öfter mit einer erheblichen Ausdehnung der Öffnungszeiten. In Hamburg nicht, ja man hält sogar an der museumsüblichen Schließung am Montag fest.
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